Ich bin zufrieden mit dem R. G. Fischer Verlag – mein Erfahrungsbericht

Als unbekannter Autor wird man von den großen Publikumsverlagen ignoriert. Auf Manuskripteinsendungen bekommt man keine Antwort oder nach Monaten einen banalen Standardabsagebrief. Besucht man deren Messestände, dreht sich das Standpersonal arrogant weg, wenn es merkt, dass man ein Manuskript anbieten will.

Folglich gibt es nur zwei Möglichkeiten. Die erste macht gar keinen Spaß: das Geschriebene zum Altpapier werfen.

Die zweite: Geld in die Hand nehmen und zu einem Zuschussverlag gehen. Das kann ebenfalls wenig Spaß machen, wenn man bei einem unseriösen landet. Seriös ist längst nicht jeder, der schöne Hochglanzprospekte druckt und sich mit klangvollen Namen schmückt. Ganz im Gegenteil: je vollmundiger die Versprechen des Verlags, desto größer sollte die Vorsicht des Autors sein.

Es ist nichts Ehrenrühriges daran, wenn ein Autor sein eigenes Buch finanziell unterstützt. Vorausgesetzt, er investiert sein Geld sinnvoll, d. h. er vertraut es einem Verlag an, der diesen Namen auch verdient – und nicht gewissenlosen Geschäftemachern. Um einen solchen Verlag zu finden, gibt es ein paar einfache Regeln.

Wir Autoren sollten ehrlich und selbstkritisch sehen, dass das, was wir schreiben, nie von vornherein perfekt ist. Das heißt: wir brauchen zuerst einmal einen Lektor. Und wir sollten auf ihn hören! Aber wir brauchen nicht irgendeinen freien Lektor, der seine Dienste im Internet feilbietet, denn den müssen wir teuer bezahlen – und wenn wir nicht mit ihm klarkommen, haben wir Scherereien am Halse bis hin zu gerichtlichen Auseinandersetzungen.

Nein, was wir brauchen, ist ein Verlag mit guten Lektoren. Und einen sensiblen Verleger, der uns den passenden Lektor zur Seite stellt, denn nicht jeder Lektor kann mit uns und wir nicht mit jedem Lektor.

Regel Nummer eins für Neuautoren also: meiden Sie jeden Verlag, der bereit ist, auf eine Lektoratskorrektur zu verzichten, es sei denn, Ihr Manuskript wurde von der ersten bis zur letzten Zeile gelesen und für fehlerfrei und druckreif erachtet (aber das kommt so häufig vor wie ein Sechser im Lotto). Auch wenn Sie und Ihre Freunde meinen, Ihr Manuskript sei perfekt: Ihr Verleger wird Sie schnell eines Besseren belehren. Dann – und nur dann! -  ist es ein guter Verleger.

Regel Nummer zwei: suchen Sie sich einen seriösen Verleger, mit dem Sie sprechen können, dem Sie vertrauen. Einen mit Erfahrung, einen, dem auch andere Autoren vertrauen. Haben andere Autoren schon mehrere Bücher in diesem Verlag publiziert? Das ist ein gutes Zeichen dafür, dass sie zufrieden sind. Hat der Verlag Titel in Neuauflagen im Programm? Das ist ein gutes Zeichen dafür, dass der Verlag auch wirklich Bücher verkauft und nicht nur ein paar Freistücke für den Autor drucken lässt.

Regel Nummer drei: legen Sie Wert auf eine gute, professionelle Ausstattung Ihres Buches. Die Leser sind verwöhnt, sie wollen keine Billigware, der man ansieht, dass ein Laie selbst die Seiten mit WORD gestaltet hat, sondern ein professionell layoutetes Buch, dem man ansieht, dass es mit Profiprogrammen gestaltet wurde: angenehmes Schriftbild, harmonische, lesefreundliche Ränder, gutes Papier, gute Bindung, schöner Umschlag. Daraus folgt

Regel Nummer vier: sparen Sie nicht am falschen Ende. Wenn Sie Geld ausgeben, dann richtig für die richtigen Dinge. Investieren Sie genug, dass der Verlag anständig arbeiten kann: ordentliches Lektorat, gute Ausstattung, kein überhöhter Ladenpreis und vor allem professionelle Werbung. Kein Buch verkauft sich von allein, nur weil Ihr Name drauf steht. Es verkauft sich nur. wenn der Verlag PR macht, aber dafür muss er seine Leute auch bezahlen.

All diese Weisheiten habe ich mir selbst erarbeitet und herausgefiltert aus zahllosen Gesprächen mit anderen Autoren an den Messeständen meines Verlages, dem R. G. Fischer Verlag aus Frankfurt am Main. Dort habe ich 1992 mein Buch „Für dich blüht nur der Löwenzahn“ herausgebracht. Inzwischen ist es in vierter Auflage lieferbar. Ich habe anfangs einen nicht unbeträchtlichen Zuschuss bezahlt, aber jede Mark (damals hatten wir noch gute alte DM) war es wert und hat sich im Laufe der Jahre amortisiert. Der Verlag ist „mein Verlag“ geworden, ich wurde stets nicht nur korrekt, sondern immer überaus freundlich und respektvoll behandelt, mit jedem Anliegen ernst genommen, das Team von Frau Rita G. Fischer arbeitet absolut professionell, sie selbst hat immer ein offenes Ohr für alle ihre Autoren, eine Verlegerin von altem Schrot und Korn.

Im Internet kursieren so viele Dummheiten und Halbwahrheiten von vorgeblichen Autoren, die sich hinter albernen Pseudonymen verstecken und mit sich und der Welt nicht zufrieden scheinen. Wie glaubwürdig solche Wichtigtuer wohl sind? Bedauerlich ist nur: wer zufrieden ist, sieht meist keine Veranlassung, das im Internet zu verbreiten, denn es ist für ihn eine Selbstverständlichkeit.

Ich verstecke mich nicht, ich sage unter meinem richtigen Namen Reinhold Bardenheier: ich bin in jeder Beziehung zufrieden mit dem R. G. Fischer Verlag. Und ich kenne aus 20 Jahren regelmäßiger Buchmessebesuche viele, viele andere Autoren, die ebenfalls rundum zufrieden im R. G. Fischer Verlag sind, viele davon mit mehreren Büchern, die sie alle nur bei R. G. Fischer veröffentlicht haben. Manchmal hat einer es auch bei anderen Verlagen versucht, die ihm verführerisch erschienen. Bald darauf war er mit dem nächsten Buch aber wieder bei R. G. Fischer. Sicher aus gutem Grund!

Kaum ein anderer Verlag investiert so viel in Buchmessen wie der R. G. Fischer Verlag. Der Verlag hat immer große Stände mit Tischen und Stühlen, wo Besucher bequem zusammensitzen können und mit Getränken und Gebäck bewirtet werden. Das gibt es so gut wie bei keinem anderen Verlag. Als Besucher fühlt man sich bei R. G. Fischer herzlich willkommen und findet immer interessante Gesprächspartner. Ich bin 20 Jahre lang vom ersten bis zum letzten Messetag auf den Frankfurter Buchmessen gewesen, war oft auch in Leipzig, habe auf diese Weise viele Autoren von R. G. Fischer kennengelernt und viele Autoren, die von haarsträubenden Erfahrungen bei anderen Verlagen berichteten. Jedes dieser Gespräche bestärkte mich immer in dem schönen Gefühl, in R. G. Fischer den richtigen Verlag zu haben.

Über den Verfasser dieses Erfahrungsberichts:

Reinhold Bardenheier, Jahrgang 1924, hat nach seiner Heimkehr aus dem Krieg fast 40 Jahre mit Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Bereichen der Erziehung in Frankfurt/Main, Bonn-Bad Godesberg und Köln-Michaelshoven gearbeitet. Seit seinem Ausscheiden aus dem Beruf lebt er in Köln-Sürth. In dem beim R.G. Fischer Verlag erschienenem Buch “Für Dich blüht nur der Löwenzahn – Gefangen in Russland 1945 bis 1948″ erzählt er die ungewöhnliche Geschichte eines 21jährigen Soldaten, der 1945 allein in russische Kriegesgefangenschaft gerät.

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